Was wir im Mai 2026 gebaut haben
lynox entsteht im Offenen. Der Code ist öffentlich, die Releases laufen über npm und GitHub, und der Changelog ist für jeden lesbar. Aber “im Offenen entwickeln” heißt nicht automatisch, dass jemand zuschaut, und ehrlich gesagt schaut gerade kaum jemand zu. Das ist okay. Dieser Beitrag ist trotzdem der Anfang von etwas: einmal im Monat halte ich kurz an und erzähle, was tatsächlich passiert ist. Nicht in Commit-Sprache, sondern so, dass es auch Sinn ergibt, wenn du kein Entwickler bist.
Der Mai war der intensivste Monat bisher: fünfzehn Releases, von v1.4.0 bis v1.7.9. Wenn du nur die granulare Liste willst — sie steht im Changelog. Hier ist die Geschichte dahinter.
Eine Inbox, die wirklich zur Inbox gehört
Den Monat eröffnet hat der Unified Inbox (v1.4.0): E-Mails direkt in lynox lesen und beantworten, statt zwischen Tabs zu springen. Das klingt nach einem Feature unter vielen, ist aber strategisch: Wenn ein Agent dir bei der täglichen Arbeit helfen soll, muss er dort sitzen, wo die Arbeit ankommt. Im selben Release habe ich einen vollständigen Sicherheits-Audit der Codebasis durchgezogen und dreizehn kritische und hochpriorisierte Befunde behoben, bevor irgendjemand sie hätte ausnutzen können. Unspektakulär, aber genau die Art Arbeit, die man bei selbstgehosteter Software erwarten darf.
Anmelden ohne Passwort, und endlich Licht
Mitte Mai kam passwortloser Login (v1.6.0): Du gibst deine E-Mail ein, bekommst einen Einmal-Code, fertig, neben Passkey und Passwort. Im gleichen Release: ein Light Mode für alle, die nicht im Dunkeln arbeiten wollen, und eine Änderung, die mir wichtiger ist, als sie aussieht. Verwaltete Kunden können jetzt jede API selbst verbinden, ohne ein Support-Ticket zu schreiben. Das war immer das Versprechen: deine Tools, deine Zugangsdaten, kein Gatekeeper dazwischen. Jetzt stimmt es auch technisch.
Aufgaben, die sich merken lassen
Mit v1.7.0 kamen gespeicherte Workflows: Eine mehrstufige Aufgabe einmal erledigen, als Workflow ablegen, später per Klick wieder ausführen. Dazu ein lebendigerer Chat — ein Live-Ticker, der zeigt, woran der Agent gerade arbeitet, sein Denken eingewoben in die Antwort statt versteckt, und eine Markierung, wo eine lange Unterhaltung verdichtet wurde, damit du den Faden nicht verlierst.
Der Fix, auf den ich am meisten stolz bin
Das Ende des Monats stand im Zeichen der Härtung, und ein Fix sticht heraus. Vorher hat der Agent, wenn keine Websuche eingerichtet war, einfach Ergebnisse erfunden: ausgedachte Quellen, Preise, “aktuelle” Zahlen. Das ist das Schlimmste, was ein Assistent tun kann, weil es überzeugend falsch ist. Seit v1.7.5 sagt er stattdessen klar, dass er es nicht weiß. Ehrlichkeit per Default ist kein Feature auf einer Liste. Es ist die Grundlage dafür, dass man dem Ding überhaupt vertrauen kann. Im selben Zug prüft das Setup jetzt deinen API-Key, bevor es ihn speichert, damit ein Tippfehler nicht erst bei der ersten Nachricht auffällt.
Den Launch habe ich bewusst zurückgehalten
Ein Teil dieser Arbeit war Vorbereitung für einen öffentlichen Launch, den ich am Ende bewusst noch nicht rausgehauen habe. Beim Testen unter realen Bedingungen sind Dinge aufgetaucht, die ich vorher sauber haben will, statt mit “gut genug” loszurennen. Building in Public heißt für mich auch, das zuzugeben, statt einen Termin zu erzwingen.
Das war der Mai. Wenn du es bis hierher geschafft hast: Du bist genau die Art Mensch, für die ich das schreibe. Den vollständigen, granularen Verlauf findest du im Changelog, und nächsten Monat gibt es den nächsten Rückblick.